Studie: Asexualität wird oft missverstanden

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Manche Menschen glauben irrtümlicherweise, asexuell zu sein

Eine Studie des Psychologen Guido Gebauer mit Menschen, die sich als asexuell sehen, brachte ein überraschendes Resultat: Mehr als 40% der Befragten waren gar nicht asexuell, sondern verwechselten Asexualität mit fehlenden sexuellen Gelegenheiten oder sexuellen Problemen.

Der Psychologe Dr. Guido Gebauer von der Online-Dating-Plattform Gleichklang ( http://www.Gleichklang.de) hat einen Selbsttest „Bin ich asexuell?“ entwickelt. Der Test ist dazu gedacht, Asexualität von anderen Phänomenen, wie mangelnden Gelegenheiten zur

Sexualität, Orgasmusstörungen, Schmerzen bei der Sexualität oder Schüchternheit zu unterscheiden. Auf der Internetseite asexuell.info ( http://www.asexuell.info) kann jeder selbst kostenlos testen, ob er asexuell ist oder nicht.

Jetzt hat Psychologe Guido Gebauer die Daten von 707 Personen ausgewertet, die sich für asexuell hielten.

Ergebnisse

Der Test bestätigte bei 59 % der Testteilnehmer das Vorliegen von Asexualität. Diese Teilnehmer berichteten über kein oder ein nur

extrem geringes sexuelles Verlangen. Bei 41 % der Befragten gelangte der Test aber zu dem Ergebnis, dass tatsächlich gar keine Asexualität vorlag. Die Betroffenen verwechselten Asexualität mit anderen Sachverhalten:

– 15 % der Befragten verwechselten mangelnde Gelegenheiten zur Sexualität mit Asexualität.

– 9 % fühlten sich nur durch vertraute Personen sexuell angezogen. Hier handelt es sich nach Gebauer nicht um Asexualität, sondern um

Demisexualität.

– 13 % berichteten über sexuelle Funktionsstörungen, wie Schwierigkeiten beim Orgasmus oder Schmerzen. Sexuelle Funktionsstörungen und Asexualität sind nach Gebauer völlig verschiedene Sachverhalte.

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– 4 % der Befragten gaben an, für sexuelle Kontakte zu schüchtern oder zu gehemmt zu sein. Wer Sexualität möchte, sich aber nicht traut, ist nach Gebauer nicht asexuell.

Bewertung

Gebauer schließt aus den Befunden, dass Menschen relativ häufig irrtümlicherweise glauben können, asexuell zu sein. Gebauer hält es aber für

wichtig, dass Menschen ihre sexuellen Erlebnisweisen richtig einordnen. Seien Menschen asexuell, gehe es für sie darum, dies zu akzeptieren. Sei jemand aber nicht asexuell, sondern beispielsweise schüchtern, sollte er mehr Selbstsicherheit erwerben. Sexuelle Funktionsstörungen sollten auf keinen Fall mit Asexualität gleichgesetzt werden. Dies käme einer unberechtigten Pathologisierung von Asexualität gleich.

Asexualität sei keine Störung und auch kein Problem, sondern eine normale Spielart der menschlichen Ausrichtung zur Sexualität. Sexuelle

Funktionsstörungen seien demgegenüber für die Betroffenen ein Problem und glücklicherweise heute gut behandelbar.

Nach Meinung von Gebauer liegt es auch im Interesse der asexuellen Community, Asexualität eindeutig zu definieren und zuverlässige Verfahren zur Selbsteinschätzung zur Verfügung zu stellen. Nur so könne künftig eine bessere Sichtbarkeit und Akzeptanz von Asexualität in der Gesellschaft erreicht werden.

Eine detailliertere Darstellung der vorgenommenen Datenauswertung erfolgt hier:

http://asexuell.info/2016/11/15/irrtuemliche-asexuelle-ein-haeufiges-phaenomen/

Keywords:asexuell, asexualität, asexuelle, gleichklang, gebauer

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